„Der Tierarzt sagt, das macht die Hündin alles alleine – und das stimmt eben nicht!“

Was fragt man eigentlich eine Hundehebamme? Ich starte einfach mit dem Klassiker: „Wie viele Welpen haben Sie denn so auf die Welt geholt? Was schätzen Sie?“

 

Nathalie Lièvre-Heese lacht. „Ooooo – ich habe nicht mitgezählt“. Dann wird sie still, denkt nach, überschlägt: „Auf jeden Fall gut über 500 – aber eigentlich liegt mein Fokus auf der Zuchtoptimierung. Das heißt, ich kümmere mich um angehende Züchter, die anfangen wollen zu züchten. Einfach weil es manchmal so erleichternd ist, die ersten Geburten mit einer erfahrenen Person zusammen zu bewältigen.

 

Eine trächtige Hündin braucht Unterstützung 

Ich unterstütze viele Züchter, die wichtige Würfe mit teuren Tieren haben, bei denen nichts schief gehen darf. Oder es besuchen mich Menschen, deren Hündinnen bei der ersten Geburt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, beispielsweise mit einem Kaiserschnitt.“ Die Hamburgerin ist eine gefragte Spezialistin auf diesem Gebiet und hat ihr Wissen bereits in vielen Fernsehsendungen weitergegeben.

 

Die Hündin braucht Hilfe bei der Geburt, sonst droht schnell ein Kaiserschnitt

„Die Tierärzte sagen dann häufig: Das machen die Hunde schon von selbst. Und dann? Gibt es einen Kaiserschnitt, weil die Hündin nicht optimal unterstützt wurde. Denn die Hündin macht es eben nicht von selbst. Man kann ganz viel machen unter der Geburt, mit naturheilkundlichen Mitteln, so dass sich Kaiserschnitte vermeiden lassen. Für den Tierarzt ist es eine Routineoperation und mit der Beendigung der OP ist seine Arbeit beendet. Aber du stehst da mit den Welpen und der Hündin Zuhause und hast dann ein richtig großes Problem. Die Hündin hat Schmerzen durch die OP-Narbe und trotzdem wollen die Welpen säugen – das ist heftig.

 

Hunde züchten? Gerne, aber mit Verstand 

Mein Rat an alle, die züchten möchten ist deshalb: Leute, bereitet euch vor auf die Geburt und guckt, dass ihr euch Unterstützung holt. Jeder Bauer in Deutschland, der eine kalbende Kuh betreut, bereitet sich selbstverständlich darauf vor. Warum machen das nicht auch Menschen, die mit ihrer Hündin züchten wollen? Bereits im Vorfeld kann man schon so vieles machen, damit Probleme gar nicht erst entstehen“

 

Das ganze Interview findet ihr in der HundeWelt 10/21.