5 Tipps für Balljunkies

Es ist ein vertrauter Anblick beim Spaziergang: Hundehalter, die ihren Vierbeiner mit Ballspielen sinnvoll auszulasten glauben, denn schließlich braucht der Hund ja Bewegung und soll danach richtig ausgepowert und glücklich sein. Ohne jeglichen schlechten Vorsatz wird aber durch permanentes Ballspielen oft der Grundstein für einen objektfixierten Hund gelegt. Das muss nicht sein.

 

 

 

 

1. Klare Regeln

 

Wurde in der Vergangenheit das Ballspiel übertrieben und hat man den Verdacht, sein Hund könnte auf dem Weg zum Balljunkie sein, gilt es, klare Regeln aufzustellen. Nie lässt man sich vom Hund überreden, den Ball zu werfen, sondern es bestimmt immer der Mensch. 

 

 

2. Belohnen, nicht ablenken

 

Nutzen Sie das geliebte Spiel als besonders tolle Belohnung für gute Leistung. 2-3x täglich ist angemessen. Außerdem wird nie einfach so geworfen, sondern es steht immer eine kleine Übung vorneweg. Mit einem Hörzeichen (etwa „Fertig“) wird es weggesteckt – er weiß dann, dass er keine Chance darauf hat, und kann sich wieder anderen Dingen zuwenden. Betteln führt nie zum Erfolg. Geraten Sie jedoch in eine schwierige Situation und möchten ihn besonders belohnen (nicht ablenken!!), z.B. wenn er sich angesichts von Rehen abrufen lässt, dann fliegt der Ball ausgiebig. 

 

 

3. Die richtige Reihenfolge

 

Wichtig ist stets die richtige Reihenfolge! Das bedeutet, dass der Hund erst sich hat erfolgreich rufen lassen und zur Belohnung dann den Ball bekommt. Bestechung ist es, wenn ich mit dem Ball winke und hoffe, dass der Hund daraufhin abdreht.

 

 

4. Kalter Entzug

 

Wenn ein Hund an nichts anderes mehr denken kann, als an Bälle, hilft nur ein „kalter Entzug“: In leichteren Fällen kann man das Spielzeug als Jackpotbelohnung noch mit auf den Spaziergang nehmen, holt es aber nicht hervor. Es kann durchaus sein, dass der Hund nun eine halbe Stunde oder länger neben einem her läuft und nur auf das Spielzeug wartet. Beruhigt er sich gar nicht, dann nimmt man das Spielzeug überhaupt nicht mehr mit und stellt sich auf eine längere Geduldsprobe ein. Während der Entzugsphase sollte man unbedingt versuchen, dem Hund ruhigere und auslastende Tätigkeiten anzubieten. Fährtenarbeit oder noch besser Mantrailing kommen dem natürlich Jagdverhalten von Hunden so ähnlich wie nur möglich und es gibt so gut wie keinen Hund, der das nicht gerne macht. Alternativ bietet sich sorgfältig aufgebautes Dummytraining an.

 

 

5. Für die Zukunft

 

Kann der Hund wieder „normal“ während der Spaziergänge denken, ist also kein akuter Balljunkie mehr, kann man hin und wieder auch das Spielzeug suchen lassen. Werfen sollte die absolute Ausnahme sein und wird nur als Jackpotbelohnung durchgeführt.